Mobi­li­tätsmas­ter­plan 2030

Mobi­li­tätsmas­ter­plan 2030

Aus­gangs­si­tua­ti­on

Die öster­rei­chi­schen Klimaziele

Gemäß der öster­rei­chi­schen Kli­ma- und Ener­gie­stra­te­gie #mis­si­on 2030 sol­len die Treib­haus­gas­emis­sio­nen bis 2030 um 36 % gegen­über 2005 redu­ziert wer­den. Das ent­spricht einem geplan­ten Aus­stoß von 59,3 Mio t CO2‑Ä im Jahr 2030 im Ver­gleich zu 92,7 Mio t CO2‑Ä im Jahr 2005.

Die Gesamt­emis­sio­nen im Sek­tor Ver­kehr lagen im Jahr 2019 bei rund 24,1 Mio t CO2‑Ä. Ziel­wert für 2019 laut Kli­ma­schutz­ge­setz waren 21,8 Mio t CO2‑Ä. Der Ver­kehrs­sek­tor soll gemäß Kli­ma- und Ener­gie­stra­te­gie bis 2030 den Ziel­wert von 15,7 Mio t CO2‑Ä errei­chen. Das bedeu­tet eine Reduk­ti­on um rund 8,4 Mio CO2‑Ä.

Im Sep­tem­ber 2020 hat die EU-Kom­mis­si­on einen Vor­schlag vor­ge­legt, der die euro­päi­schen Kli­ma­zie­le, die die Basis der natio­na­len Kli­ma­zie­le bil­den, noch deut­lich ver­schär­fen soll. Eine end­gül­ti­ge Beschluss­fas­sung ist noch ausständig.

 

Die Dekar­bo­ni­sie­rung der Ener­gie­er­zeu­gung für alle Sek­to­ren bedeu­tet für Öster­reich eine enor­me Herausforderung.

Der gesam­te Ener­gie­be­darf Öster­reichs 2019 aus fos­si­len Ener­gie­quel­len (Öl, Erd­gas, Koh­le) beträgt ca. 199.000 GWh[1].

Der Aus­stieg aus fos­si­len Ener­gie­trä­gern in allen Sek­to­ren führt zu einem Mehr­be­darf an ande­ren Ener­gie­quel­len. Zu des­sen Deckung durch Strom wären bei­spiels­wei­se zusätz­lich 182 Was­ser­kraft­wer­ke in der Grö­ße von Wien-Freu­denau[2] oder mehr als 31.000 Wind­kraft­an­la­gen[3] erforderlich.

Nur für den Ver­kehrs­sek­tor allein wür­de der Aus­stieg aus fos­si­len Kraft­stof­fen einen zusätz­li­chen Strom­be­darf in der Höhe von ca. 71.000 GWh[4] bedeuten.

Das ent­spricht der Strom­erzeu­gungs­ka­pa­zi­tät von 65 Was­ser­kraft­wer­ken in der Grö­ße von Wien-Freu­denau[5] oder mehr als 11.000 Wind­kraft­an­la­gen[6].

Kapa­zi­tät im Schie­nen­ver­kehr – Eng­pass beim Güterverkehr

Ein wich­ti­ger Bei­trag zur Reduk­ti­on des CO2-Aus­sto­ßes kann die Ver­la­ge­rung von Fern­ver­kehr und Tran­sit­ver­kehr von der Stra­ße auf die Schie­ne sein. Um das zu ermög­li­chen sind ins­be­son­de­re auch aus­rei­chend Kapa­zi­tä­ten auf dem Schie­nen­netz zur Ver­fü­gung zu stel­len. Da in Öster­reich das Schie­nen­netz sowohl vom Schie­nen­gü­ter­ver­kehr als auch vom Schie­nen­per­so­nen­ver­kehr genutzt wird, sind bei Kapa­zi­täts­aus­las­tun­gen immer alle abzu­wi­ckeln­den Ver­keh­re, also Per­so­nen- und Güter­zü­ge, zu berück­sich­ti­gen. In vie­len Fäl­len wird bei Kapa­zi­täts­eng­päs­sen Per­so­nen­zü­gen gegen­über Güter­zü­gen der Vor­rang gege­ben. Dies kann zu einer wei­te­ren Ver­schär­fung der dar­ge­stell­ten Situa­ti­on für den Güter­ver­kehr führen.

Bereits im Jahr 2018 gab es auf allen wich­ti­gen Schie­nen­kor­ri­do­ren Teil­stü­cke, die bereits an der Aus­las­tungs­gren­ze waren. Bei einem Sze­na­rio von 50% Ver­la­ge­rung des Stra­ßen­gü­ter­fern­ver­kehrs über 300 km wer­den 2030 auf allen wich­ti­gen Schie­nen­kor­ri­do­ren groß­räu­mi­ge Über­las­tun­gen auf­tre­ten bis zum Ver­kehrs­kol­laps im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr. Das Sze­na­rio berück­sich­tigt dabei bereits die der­zeit geplan­ten Aus­bau­vor­ha­ben des Schie­nen­net­zes. Daher sind — auch auf­grund der jahr­zehn­te­lan­gen Dau­er für Geneh­mi­gung und Bau von Infra­struk­tur — rasch die zukünf­tig erfor­der­li­chen Schie­nen­in­fra­struk­tur­ka­pa­zi­tä­ten zu sichern.


[1] e‑control, eige­ne Berechnungen

[2] Ver­bund: Lauf­kraft­werk Wien-Freu­denau, eige­ne Berechnungen

[3] IG Wind­kraft, eige­ne Berechnungen

[4] Umwelt­bun­des­amt 2018, eige­ne Berechnungen

[5] Ver­bund: Lauf­kraft­werk Wien-Freu­denau, eige­ne Berechnungen

[6] IG Wind­kraft, eige­ne Berechnungen