Mobi­li­tätsmas­ter­plan 2030

Mobi­li­tätsmas­ter­plan 2030

Die Maß­nah­men im Detail -
Lang­fris­ti­ge Finan­zie­rung sicherstellen

» Die Wirt­schaft braucht Rechts­si­cher­heit, sodass län­ger­fris­ti­ge Dis­po­si­tio­nen mög­lich sind.

För­de­run­gen und Prä­mi­en für den Umstieg bereitstellen

Finan­zi­el­le För­de­rung von Fahr­zeu­gen mit alter­na­ti­ven Antrie­ben für den Personen‑, Güter- und Individualverkehr

  • Tech­no­lo­gie­neu­tra­le För­de­rung von CO2-armen Kraft­stof­fen und alter­na­ti­ven Antrie­ben, die Unter­neh­men Pla­nungs­si­cher­heit bringt, mas­siv erhöhen
  • För­de­run­gen für die Umstel­lung von leich­ten Nutz­fahr­zeu­gen bis 3,5t hzG, die ins­be­son­de­re in der City Logis­tik ein­ge­setzt wer­den, auf nicht fos­si­le Antriebs­tech­no­lo­gien erheb­lich
    auf­sto­cken[1]
  • För­de­run­gen für den Aus­bau der ent­spre­chen­de Lade- und Tank­in­fra­struk­tur sicher­stel­len, die den wirt­schaft­lich sinn­vol­len Ein­satz von Fahr­zeu­gen mit alter­na­ti­ven oder CO2-armen Tech­no­lo­gien erst ermöglichen
  • Neue Finan­zie­rungs­mo­del­le bzw. Betrei­ber­mo­del­le für Bus­se mit alter­na­ti­ven Antrie­ben fördern
  • Signi­fi­kan­te Zusatz­för­de­rung aus dem Fami­li­en­las­ten­aus­gleichs­fonds für all jene Unter­neh­men, die Schü­ler­trans­por­te im Gele­gen­heits­ver­kehr noch vor 2025 auf alter­na­ti­ve Antrie­be umstellen
  • Tech­no­lo­gie­neu­tra­le För­der­mo­del­le für Neu­zu­las­sun­gen emis­si­ons­frei­er Taxi­fahr­zeu­ge ausbauen
  • För­der­pro­gram­me zur Kom­pen­sa­ti­on der Mehr­kos­ten gegen­über dem Die­sel­be­trieb bei Anschaf­fung der Nutz­fahr­zeu­ge sowie für Ladein­fra­struk­tur, auch für Umrüs­tungs­pro­jek­te in der Ein­stiegs­pha­se, anbieten

Still­le­gungs­prä­mie für leich­te und schwe­re Lkw, Sat­tel­zug­fahr­zeu­ge und Auto­bus­se mit höhe­rem Schad­stoff­aus­stoß als Euro-VI d (neu­es­te Motorenkategorie)

Attrak­ti­ves öffent­li­ches Ver­kehrs­an­ge­bot finanzieren

  • Neue Tarif­struk­tu­ren für Schü­ler­be­för­de­rung im Gele­gen­heits­ver­kehr mit Bus und Pkw schaffen
  • Pra­xis­ge­rech­te Ver­gü­tung der Leis­tun­gen: Abkehr von der rei­nen kilo­me­ter­be­zo­ge­nen Ver­gü­tung, hin zu einer Ori­en­tie­rung an einem Split­satz, der ins­be­son­de­re die Zeit­kom­po­nen­te (und damit Per­so­nal­kos­ten) ent­spre­chend berück­sich­tigt[2]
  • Kos­ten­de­cken­de Tari­fe ohne Zuzah­lung Drit­ter sind nötig, um die Schü­ler­be­för­de­rung in der Flä­che auch wei­ter­hin garan­tie­ren zu können.
  • Sicher­stel­lung der kos­ten­de­cken­den Finan­zie­rung von Schü­ler­be­för­de­run­gen und Pati­en­ten­be­för­de­run­gen durch Auf­trag­ge­ber (FLAF bzw. GKK)
  • För­de­run­gen von Mobi­li­täts­lö­sun­gen (zB für Betriebs­kos­tenz­schüs­se oder Inves­ti­tio­nen) für die gewerb­li­che Per­so­nen­be­för­de­rung (Tür zu Tür-Ser­vice) anbieten
  • Aus­gleich für die finan­zi­el­len Belas­tun­gen bei der Umset­zung der Clean Vehi­cles Direc­ti­ve[3] schaffen
  • Bei der Rea­li­sie­rung des 1–2‑3 Öster­reich-Tickets ist sicher­zu­stel­len, dass die Finan­zie­rung die­ses Pro­jekts lang­fris­tig gesi­chert ist und finan­zi­el­le Vor­sor­ge für not­wen­di­ge Ange­bots­aus­wei­tun­gen getrof­fen wird. Des Wei­te­ren muss ein dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Ver­trieb durch alle Mark­teil­neh­mer (auch außer­halb der One­Mo­bi­li­ty GesmbH) sicher­ge­stellt wer­den. Die ent­spre­chen­den Grund­la­gen sol­len, wie der­zeit recht­lich vor­ge­se­hen, bila­te­ral inner­halb pri­vat­recht­li­cher Ver­trä­ge zwi­schen Bund und Unternehmen/Ländern/Städten gere­gelt werden.
  • Stär­ke­re Ein­bin­dung von pri­va­ten Anbie­tern im öffent­li­chen Ver­kehr, ins­be­son­de­re bei Schülerbeförderungen

Vor­tei­le für alter­na­ti­ve Antrie­be bei Abga­ben schaffen

  • Anpas­sung der Steuersätze
  • Reduktion/Befreiung von der Maut
  • Aus­nah­men von IG‑L Fahrverboten
  • Berück­sich­ti­gung der höhe­ren Eigen­ge­wich­te von Gas‑, Was­ser­stoff- und Elek­tro­fahr­zeu­gen im Gewer­be- und Arbeits­recht, bei der Maut, im Führerscheingesetz

Maut­kon­zept der WKÖ umsetzen

  • Anpas­sung der Maut­ka­te­go­rie für Elek­tro-/Was­ser­stoff­fahr­zeu­ge auf 0% des Tarifs des Infra­struk­tur­an­teils und Anlas­tung exter­ner Kos­ten nur für Lärm
  • Ein­füh­rung einer neu­en Maut­ka­te­go­rie für gas­be­trie­be­ne Fahr­zeu­ge (CNG und LNG) mit 50% des Tarifs des Infra­struk­tur­an­teils und Anlas­tung exter­ner Kos­ten nur für Lärm
  • Erhö­hung des Bonus für die schad­stoff­ärms­te Fahr­zeug­klas­se mit kon­ven­tio­nel­len Antrie­ben (Euro VI) auf 2% des Infra­struk­tur­ta­rifs (0,39 statt bis­her 0,29 Cent/km für 2‑Achs-Fahr­zeu­ge)
  • Ein­füh­rung einer eige­nen Maut­ka­te­go­rie für Bus­se, wobei der Infra­struk­tur­an­teil 50% des Lkw-Grund­ki­lo­me­ter­ta­rifs nach Ach­sen­ka­te­go­rie beträgt (inkl. Abstu­fung CNG/LNG Fahr­zeu­ge, ohne Euro­VI Bonus) und Anlas­tung exter­ner Kos­ten nur für Lärm
  • Ver­wen­dung der Ein­nah­men aus exter­nen Kos­ten für Öko­lo­gi­sie­rungs­maß­nah­men für das hei­mi­sche Stra­ßen­ver­kehrs­ge­wer­be (zB För­der­maß­nah­men für gas­be­trie­be­ne Fahr­zeu­ge, Still­le­gungs­prä­mie für leich­te und schwe­re Lkw, Sat­tel­zug­fahr­zeu­ge und Auto­bus­se mit höhe­rem Schad­stoff­aus­stoß als Euro VI,)

Ergän­zen­de Finan­zie­rungs­lö­sun­gen für Infrastrukturen

Zukunfts­fonds für stra­te­gisch wich­ti­ge Infra­struk­tu­ren[4]

  • Schaf­fung eines Infra­struk­tur-Fonds zur Finan­zie­rung öster­rei­chi­scher Ver­kehrs­in­fra­struk­tur mit dem Ziel, volks­wirt­schaft­lich stra­te­gi­sche Infra­struk­tu­ren zu sichern und auszubauen
  • Das trägt zur Stand­ort­si­che­rung bei, weil die Wert­schöp­fung in Öster­reich gehal­ten und der „Aus­ver­kauf“” an Infra­struk­tur ver­hin­dert wird.
  • Zugang zu aus­län­di­schen Märk­ten wird sicher­ge­stellt durch Betei­li­gung an wich­ti­gen Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen im In- und Aus­land (Häfen, Güter­ter­mi­nals etc.)
  • Soli­de und wert­sta­bi­le Anla­ge­for­men für insti­tu­tio­nel­le und pri­va­te Investoren

Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung bringt Unter­neh­men Effizienzgewinne

  • Bera­ten statt Stra­fen – Ver­an­ke­rung auch in den Materiengesetzen
  • Kei­ne Über­erfül­lung von EU-Vorschriften
  • Attrak­ti­vie­rung, Beschleu­ni­gung und Bevor­ran­gung des ÖV durch Anpas­sung von StVO und KFG
  • Kei­ne Zufahrts­be­schrän­kun­gen zu Tank­stel­len (Bei­spiel Tirol)
  • Moder­ni­sie­rung des KFG und der StVO
  • Strei­chung des Abstell­platz­erfor­der­nis­ses im Gele­gen­heits­ver­kehrs­ge­setz und Güterbeförderungsgesetz
  • Anpas­sung der Kon­zes­sio­nen nach dem Güter­befG, dem Gel­ver­kG und dem KflG
  • Son­der­trans­por­te: öster­reich­wei­te Gel­tung von Aus­wei­sen für Straßenaufsichtsorgane
  • Kos­ten­tra­gungs­pflicht der Tank­stel­len nur bei bean­stan­de­ten Treibstoffproben
  • Haf­tungs- und Ver­wal­tungs­er­leich­te­rung bei der Abwick­lung von Zoll­an­ge­le­gen­hei­ten für Spe­di­teu­re (Zoll­ver­fah­ren 4200)
  • Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung des Eisen­bahn­rechts u.a. durch 
    • Ent­fall der Geneh­mi­gungs­pflicht für die Bestel­lung des Betriebs­lei­ters bei Vor­han­den­sein eines Sicherheitsmanagementsystems
    • Ent­fall der Geneh­mi­gungs­pflicht von Dienst­vor­schrif­ten bei Vor­han­den­sein eines Sicherheitsmanagementsystems

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[1] Kum­mer et al.: City­lo­gis­tik Wien

[2] BG Auto­bus: Tari­fe für die Busbranche

[3] Richt­li­nie 2009/33/EG idF Richt­li­nie (EU) 2019/1161

[4] WKÖ BSTV: Zukunfts­fonds für stra­te­gisch wich­ti­ge Infrastrukturen