Der Rechnungshof hat die Einführung des Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems (ERTMS) im ÖBB-Konzern überprüft. Ziel des Systems ist ein europaweit einheitlicher und sicherer Bahnverkehr ohne technische Hürden an den Grenzen. Bis Ende 2024 waren 44 Prozent des österreichischen TEN-V-Kernnetzes und 12 Prozent des gesamten ÖBB-Netzes mit ERTMS ausgerüstet. Für die Modernisierung der Infrastruktur und der Fahrzeugflotten wurden bereits hohe Investitionen getätigt, weitere Ausgaben in Milliardenhöhe sind geplant. Der RH sieht Vorteile bei Sicherheit, Kapazität und Digitalisierung des Bahnverkehrs. Gleichzeitig erschweren technische Weiterentwicklungen, unterschiedliche Systemversionen und zusätzliche Nachrüstungen die Umsetzung. Auch offene Genehmigungsverfahren und Verzögerungen bei der europäischen Funktechnologie FRMCS stellen Risiken für den Zeitplan dar. Der Rechnungshof empfiehlt daher eine stärkere europäische Abstimmung, mehr Planungssicherheit und die rasche Klärung rechtlicher Fragen.

